Von Regelsetzern und gemeingefährlichen Produzenten – Zur Repräsentation Chinas und des Westens im Spielzeugdiskurs

Gegenstand dieses Papiers ist der westliche Diskurs über mangelhaftes, in China hergestelltes Spielzeug. Die These ist, dass es in diesem Diskurs weniger um das Spielzeug, denn mehr um China selbst und damit auch um den Westen geht. Anhand der Analyse von jeweils zwei Tageszeitungen aus den USA, Großbritannien und Deutschland wird gezeigt, dass (1) überwiegend Chinas wirtschaftliches System thematisiert sowie als Erklärung für die große Anzahl an mangelhaftem Spielzeug und als Problem identifiziert wird; (2) die wirtschaftliche Bedeutung, die China mittlerweile erlangt hat, betont und problematisiert sowie (3) ein Bildungsauftrag skizziert wird, der dafür sorgen soll, dass China sich zu einer modernen Industrienation westlicher Couleur entwickelt und nach westlichen Regeln spielt. Dabei wird argumentiert, dass der Westen als China überlegen repräsentiert wird, was das Wissen von guter und richtiger Marktwirtschaft und faires Wirtschaften angeht. Der Bildungsauftrag und das Regelsetzen durch den Westen kann deshalb als Praktik angesehen werden, die genau diese Überlegenheit stabilisiert und reproduziert, da es stets im Ermessen des Westens liegt, wie gut und fair Chinas Wirtschaft ist.




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