‘klick – klack – Kopfschuss…’ ¿Konflikte in der Stadt! - Stigmatisierung, Othering und Subalternisierung von ‚ethnisch-segregierten’ Stadtteilbewohner_innen

Ethnisch-segregierte Stadtviertel werden durch gesellschaftliche Prozesse re/produziert. Die Kennzeichen dieser Raumproduktionen sind eine mangelnde wirtschaftliche/soziale Infrastruktur, substandardisierter Wohnraum sowie eine Stigmatisierung als „sozialer Brennpunkt“. Die Repräsentation(en) eines Viertels unterliegt einem Wechselspiel von Fremd- und Eigenidentifizierungen. Diese sind abhängig von dynamischen gesellschaftlichhegemonialen Diskursen und werden unter anderem durch die konstruierte Grenzsetzung zwischen Norm und Abweichung bestimmt. Die damit unterstellte (verräumlichte) Desintegration der „Abweichenden“ (Migrant_innen) spiegelt sich in Begriffen wie „Parallelgesellschaft“ und „Ghetto“ wieder.

Durch die scheinbare Lokalisierbarkeit der konstruiert „Anderen“ wird auch dem (abstrakten) Raum eine bestimmte Qualität der Abweichung zugeschrieben, was als „spatial othering“ bezeichnet werden kann – im Gegensatz zum (unbenannten) Normalzustand. Dieses Image des Viertels schreibt sich in die Bewohner_innen ein: mittels Selbstidentifizierung(en) und Projektion von außen. Durch diese Identitätspolitik(en) – basierend auf der Verquickung „Raum/Kultur“ – werden interne Differenzen, unterschiedliche Interessen und Begehren der Bewohner_innen des Viertels negiert bzw. homogenisiert.

Dieser Prozess ist eine Essentialisierung und Reifizierung, um den Raum und seinen „Inhalt“ auch mittels Räumlichkeit kontrollieren und regieren zu können. Erst durch die Aggregation der Bewohner_innen als soziale Gruppe und gleichzeitig als Träger_innen eines sozialen Problems (des Nicht-Integrierten) wird ein kollektiver Adressat für politische und soziale Forderungen hergestellt und zugleich auf widersprüchliche Weise fragmentiert. Mögliche migrantische Koalitionsbildungen zur Abwehr von Assimilations- und Verdrängungsprozessen werden durch eine diskursive und materielle Subalternisierung verhindert. Die Subalterne wird am Sprechen gehindert. Dieser (kulturalisierte) Konflikt wird anhand eigens erhobener empirischer Daten und eines Fallbeispiels aus dem Wiener Brunnenviertel illustriert.




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