Eine stoische Idee für das 21. Jahrhundert? - Die globale Erwärmung unter kosmopolitischer Perspektive.

Mit der Veröffentlichung des Vierten Sachstandsberichts des Intergovernmental Panels on Climate Change (IPCC) im Verlauf des vergangenen Jahres, wurde die globale Erwärmung zu einem der bedeutendsten Themengebiete der gegenwärtigen politischen Debatte. An diesem Diskurs beteiligt sich Rafael Correa, der Präsident Ecuadors, mit einem innovativen und bisher einzigartigen Vorschlag. Ecuador bietet der internationalen Gemeinschaft an, auf die Ausbeutung des Ölfeldes Ishpingo Tambococha Tibutini (ITT) im Nationalpark Yasuní, in dem etwa 20 Prozent der nachgewiesenen Erdölreserven Ecuadors liegen, zu verzichten. Allerdings fordert die Republik dafür von der internationalen Gemeinschaft jährliche Kompensationszahlungen für einen Zeitraum von etwa 30 Jahren, die die Hälfte des erwarteten Gewinns für den ecuadorianischen Staat ausmachen sollen. Durch diese Lastenteilung zwischen Dritter und Erster Welt könnte ein weltweit einzigartiges Biosphärenreservat geschützt und weiterer CO2 Ausstoß vermieden werden. Diese Initiative impliziert eindeutig kosmopolitisches Gedankengut. Die Verantwortung für das Wohlergehen der Menschheit durch eine intaktere Umwelt wird an die internationale Gemeinschaft herangetragen und soll von dieser geteilt werden. Die Idee des Kosmopolitismus zu verfolgen hielt Immanuel Kant für eine Pflicht die von der Vernunft erkannt werden muss, schließlich seien die Menschen durch die Erdoberfläche aneinander gebunden und könnten sich nicht ins Unendliche zerstreuen. Diese Schicksalsgemeinschaft aller Menschen wird insbesondere durch die globale Erwärmung unterstrichen. Bildet die grenzüberschreitende Umweltproblematik des 21. Jahrhunderts eine Basis zur weiteren Belebung kosmopolitischen Gedankenguts? Kann diese Herausforderung ohne einen kosmopolitischen Ansatz überhaupt erfolgreich, also ohne die befürchteten massiven Konflikte um verbleibenden Lebensraum und Ressourcen, gelöst werden?




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