Soziale Arbeit in der Kontrollgesellschaft oder: der Anteil Sozialer Arbeit an der Krise der Konflikte

Wenn die Krise der Konflikte insofern ausgemacht wird, als dass der Kapitalismus zunehmend eines glatten Raumes entspricht, in dem sich die Subjektivitäten ohne nennenswerten Widerstand bewegen (Negri/Hardt), wäre eine anschließende Frage, wo der Anteil Sozialer Arbeit in diesem Zusammenhang auszumachen ist.

Mein Beitrag möchte der Frage nachgehen, inwiefern die häufig gezeichnete Ambivalenz zwischen der Befriedung sozialer Konflikte zugunsten bestehender Macht- und Herrschaftverhältnisse einerseits und der Anwaltschaft für Benachteiligte anderseits, der gesellschaftlichen Funktion Sozialer Arbeit überhaupt entspricht. Ist Soziale Arbeit, mit ihrer differenten Einheit von Hilfe und Kontrolle bereits Trägerin eines inhärenten Intrarollenkonfliktes? Oder ist die Ambivalenz des so genannten “doppelten Mandats“ vielleicht nur insofern scheinbar, weil die Widersprüchlichkeit der unterschiedlichen Anforderungen letzlich doch nur in einem herrschaftlich zugestandenen Rahmen ausgetragen werden darf? Inwiefern entspräche letzteres wiederum den häufig genannten politischen Zielen Sozialer Arbeit, wie der Demokratisierung und der Schaffung sozialer Gerechtigkeit? Von diesem Standpunkt stellt sich auch die Frage, warum die Soziale Arbeit überhaupt diesen Spielraum und nicht das alleinige Mandat gegenüber Staat und Gesellschaft? Wie verhält es sich mit „Prävention, Intervention und Integration“ als Maximen Sozialer Arbeit in Hinblick auf soziale Konflikte? Und was sind ihre konfliktbefriedenden Methoden? Mit Foucault und aktuellen Gouvernementalitätstudien Sozialer Arbeit möchte ich einen Blick auf die Disziplinar- und Kontrollfunktion Sozialer Arbeit werfen, die sich nicht erst seit der Diskussion um das „Triplemandat Sozialer Arbeit“ auch wissenschaftlich explizit als eigenständige Disziplin profilieren möchte. Abschließend soll anhand provokativer Thesen die Frage gestellt werden, inwieweit es einer kritischen Theorie der Sozialen Arbeit oder einer grundlegenden Kritik Sozialer Arbeit bedarf.




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