Totgesagte leben länger? Alexander Wendts quantum turn
Alexander Wendt modifiziert sein Referenzwerk Social Theory of International Politics derzeit dahingehend, dass er es auf quantentheoretische Basis stellt. Damit hinterfragt er das in den Internationalen Beziehungen vorherrschende Grundverständnis von Akteuren und Interaktion radikal. Wendts quantum turn delegitimiert seine Kritiker und schafft zugleich die Grundlage eines revolutionären Verständnisses von Sozialwissenschaften im Allgemeinen und von Internationalen Beziehungen im Besonderen.
Dieses Paper geht erstens der Frage nach, ob es gute Gründe gibt, das Newton´sche Physikverständnis vieler Theorien der Internationalen Beziehungen aufzugeben. In einem zweiten Schritt ist zu beurteilen, ob Wendts neuer Ansatz konsistent konstruiert werden kann und inwiefern diese Quantum Social Theory die von ihm konstatierten Probleme löst. Abschließend wird evaluiert, ob und inwieweit sich bei der empirischen Anwendung praktische Vorteile gegenüber alternativen Theorien abzeichnen.

