Ressourcenkriege oder ethnische Konflikte? Das Nigerdelta
und die Côte d’Ivoire

Der Beitrag vergleicht zwei bewaffnete Konflikte, die außer ihrer regionalen Nähe wenig gemeinsam zu haben scheinen. Das Nigerdelta gilt als der Prototyp eines Ressourcenkrieges, in dem es um die Verteilung der Gewinne aus der Ölförderung geht. Die Rebellion in der Côte d’Ivoire erscheint als ein ethnopolitischer Konflikt, in dessen Zentrum die Frage steht, wer ein „echter Ivorer“ ist.
Der Vergleich der beiden Fälle zeigt: Erstens sind „Ressourcenkriege“ und „ethnische Konflikte“ als Etiketten oft irreführend. Eine Etikettierung bewaffneter Konflikte, die einseitig auf die identitäre oder die ökonomische Dimension eines Konflikts fokussiert, birgt die Gefahr, die jeweils anderen Aspekte aus dem Blick zu verlieren. Zudem spiegeln beide Bezeichnungen nicht wider, dass im Kern von Konflikten wie im Nigerdelta und der Côte d’Ivoire die Frage nach politischer und sozioökonomischer Partizipation steht. Zweitens sind bewaffnete Konflikte dynamisch-prozesshafte soziale Phänomene, in deren Verlauf sich ihre Akteure und Akteurskonstellationen, deren Strategien und Motive ändern. Methodologisch plädiert der Beitrag deshalb für eine prozessorientierte Perspektive und den Einsatz qualitativer und vergleichender Fallstudien.

Bettina Engels promoviert an der FU Berlin über Motive nichtstaatlicher Akteure in bewaffneten Konflikten. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Friedens- und Konfliktforschung, feministische und postkoloniale Ansätze, qualitative Methoden, West- und Zentralafrika




Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: