Wie postmodern ist unsere Moderne? – Abschied von Ambivalenz und Rückkehr zur Religion?
Mit Moderne und Ambivalenz – Das Ende der Eindeutigkeit beschrieb Zygmunt Bauman seine Perspektive der Postmoderne, die in erster Linie durch eins geprägt ist: Ambivalenz. Postmoderne, die nach Bauman schon immer neben der Moderne existierte, zeigt dem Einzelnen die Grenzen der Rationalität und der Klarheit auf, dessen Lösung Aufgabe des Einzelnen ist.
Im klaren Kontrast dazu steht unsere rationale Sozialisation. Wir werden, um es mit den Worten Heinz von Foersters auszudrücken, zu trivialen Maschinen erzogen, die keinerlei Ambivalenz zulassen. Welche Konsequenzen müssen wir daraus ziehen und wie postmodern ist unsere Moderne also?
Der Vortrag wird zeigen, dass der Begriff Postmoderne in den Wissenschaften zum Teil sehr unterschiedlich definiert wird. Davon ausgehend soll ein Überblick gegeben werden, welche postmodernen Eigenschaften in der modernen Realität durchaus nachzuweisen sind. Dabei wird sich zeigen, dass einerseits die belastende Uneindeutigkeit in der Realität systematisch durch die Individuen vermieden wird, und dadurch andererseits Bezugssysteme wie zum Beispiel die Religion, die im 20.Jahrhundert in der westlichen Welt an Relevanz verloren hatten, an neuer Bedeutung gewinnen.

